Regionale Kompetenzzentren der Arbeitsforschung

Lösungen für eine zukunftsträchtige Arbeitswelt entstehen im Austausch von exzellenten Wissenschaftlern und innovativen Unternehmern. Derartige Austauschsbeziehungen zu initiieren, zu unterstützen und zu verstetigen ist ein vornehmliches Ziel der „Regionalen Kompetenzzentren der Arbeitsforschung“, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit Mitteln in Höhe von 116 Millionen Euro fördert. Die derzeit acht Kompetenzzentren vereinen transdisziplinäre Experten aus Forschung, Entwicklung und Wirtschaft sowie Transferpartner aus Bildung und Politik in einem breiten Forschungsverbund. Sie folgen dem Ansinnen, Wissenschaftler und Unternehmer enger und vertrauensvoller zu vernetzen. Sie zielen darauf, passgenaue Lösungen für eine digitalisierte und KI-gestützte Arbeitswelt gemeinsam mit Betrieben vor Ort zu entwickeln, zu erproben und zu implementieren. In den Netzwerken geht damit die Aufgabe einher, wirksame Strategien des Wissens- und Technologietransfers zu entwickeln und zu erproben.

.

Informieren Sie sich nachfolgend über Ziele und Aktivitäten der Regionalen „Kompetenzzentren der Arbeitsforschung“ (in alphabetischer Reihenfolge). Über die Links gelangen Sie auf die Homepages der jeweiligen Projekte.

AkzentE 4.0: Arbeitswissenschaftliches Kompetenzzentrum für Erwerbsarbeit in der Industrie 4.0 (Region Aachen)

Der Braunkohleausstieg führt in der Region Aachen zu erheblichen strukturellen Veränderungen. Die Region zeichnet sich durch eine einzigartige Mischung aus Hochtechnologie- und Produktionsexpertise aus, getragen von hauptsächlich kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie renommierten Hochschulen. Das Ziel von AKzentE4.0 ist es, eine menschengerechte Einführung und Umsetzung von Konzepten und Tech­nologien der Industrie 4.0 in KMU der Region Aachen zu fördern. Im Rahmen des Projekts werden Methoden und Strategien der Arbeitsgestaltung entwickelt, eine Infra­struktur zur Erprobung und Bewertung von technischen Lösungen und für den Wissensaustausch geschaffen sowie die Vernetzung von lokalen Akteuren unterstützt. In einer Mixed-Reality-Modellfabrik sollen Industrie 4.0-Technologien hinsichtlich ihrer Möglichkeiten für die betriebliche Arbeitsgestaltung erforscht und für Unter­nehmen erfahrbar gemacht werden. Darüber hinaus werden innovative Konzepte für den Technologietransfer sowie Qualifizierungsmaßnahmen und Schulungsprogramme ausgearbeitet. Von den im Bereich der Produktion getriebenen Entwicklungen sollen auch andere Bereiche, z. B. das Handwerk, profitieren.

Weitere Informationen und Kontakt unter: www.akzente40.de

ARBEITSWELT.PLUS – Kompetenzzentrum in Ostwestfalen-Lippe

OstWestfalenLippe ist geprägt durch einen starken Mittelstand, der KI bisher aus technologischer Perspektive betrachtet. Bis dato fehlt eine Arbeitsforschung im Kontext KI, die Lösungs- und Anwendungswissen bereitstellt. Hier setzen wir im Kompetenzzentrum Arbeitswelt.Plus an: regionale Hochschulen und Unternehmen arbeiten gemeinsam mit der IG Metall an konkreten Lösungen, in denen KI-Technologien für verschiedene Anwendungsfelder verfügbar gemacht werden, etwa in der Absatzplanung oder in der Produktion. Dabei geht es z. B. um die Arbeitsplatzgestaltung und die Qualifizierung von Mitarbeiter:innen. Die Lösungen und das Know-how des Kompetenzzentrums werden durch Transferaktivitäten und Unterstützungsangebote wie Informationsvorträge und Praxisleitfäden in den Mittelstand getragen. Die Forschungsergebnisse stehen u. a. durch das Technologie-Netzwerk it’s OWL kleinen und mittleren Unternehmen zur Verfügung.

Weitere Informationen und Kontakt unter: www.arbeitswelt.plus

Kompetenzzentrum HUMAINE – Bochum und die Metropole Ruhr

Das Kompetenzzentrum HUMAINE mit Sitz in Bochum ist die Adresse in der Metropole Ruhr, wenn es um Expertise und methodische Unterstützung für Fragen der KI-Entwicklung und KI-Nutzung im Arbeitsprozess geht. In sieben Pilotanwendungen, fünf aus der Industrie und zwei aus der Gesundheitswirtschaft, werden Themen wie Geschäftsmodellentwicklung, Rollenentwicklung, Qualitätsprüfung, Technikakzeptanz und Erklärbarkeit untersucht und in ein allgemeines Prozessleitbild humanzentrierter Arbeit mit KI überführt. Für alle Prozessschritte werden geeignete Methoden wissenschaftlich abgesichert und für die betriebliche Praxis bereitgestellt. Die dafür erforderliche Interdisziplinarität wird durch enge Zusammenarbeit zwischen Arbeits- und Sozialwissenschaft, Wirtschaftspsychologie, Ingenieurwissenschaft

und KI-Entwicklung gewährleistet. Das Prozessleitbild berücksichtigt alle in einem KI-gestützten Arbeitsprozess beteiligten Akteure in der KI-Entwicklung, KI-Einführung und KI-Nutzung und zeigt wie die Rückkoppelungsschleifen zwischen diesen Bereichen ausgestaltet werden können. Dabei werden alle Nutzergruppen im eigenen oder im Kundenunternehmen einbezogen und Perspektiven sowohl aus der kaufmännischen Verantwortung als auch Arbeitnehmerinteressenvertretung eingenommen.

Der Auftrag des Kompetenzzentrums HUMAINE besteht darin, die Metropole Ruhr in der nächsten großen Weiterentwicklung der Arbeitswelt zu unterstützen und durch eine humanzentrierte Herangehensweise an die Technologieentwicklung dafür Sorge zu tragen, dass das Potenzial der KI sich im Sinne besserer Lebens- und Arbeitsbedingungen entfalten und zu einem treibenden Faktor in der Wirtschaftsentwicklung der Region werden kann.

Weitere Informationen und Kontakt unter: www.humaine.info

Kompetenzzentrum KARL – Innovationsregion Karlsruhe

Mit KARL wurde in Karlsruhe ein regionales Kompetenzzentrum geschaffen, um die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Themen Arbeit und Lernen durch und mit KI zu untersuchen. Ziel von KARL ist es, diese Auswirkungen greifbar zu machen. Dafür werden reale Orte des Erlebens, Ausprobierens und Erlernens errichtet und miteinander vernetzt. Gleichzeitig dienen Pilotprojekte von Unternehmen, die wissenschaftlich begleitet werden, als Inspirationsquelle für Interessierte. Die Ergebnisse werden in Demonstrationszentren vorgestellt, in spezifischen Fortbildungen angeboten sowie in Studiengängen der beteiligten Hochschulen integriert. Bei allen Arbeiten in KARL steht der Mensch im Mittelpunkt. Die Region Karlsruhe bietet mit dem nationalen Digital Hub für angewandte KI beste Voraussetzungen dafür und ist eines der führenden IT-Cluster in Europa.

Weitere Informationen und Kontakt unter: www.kompetenzzentrum-karl.de

Künstlich und menschlich intelligent (K-M-I) – Transformierte Arbeit in Westsachsen

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels durch die Energiewende in den Regionen Westsachsen und dem mitteldeutschen Kohlerevier gilt es die Branchen des produzierenden Gewerbes besonders zu stärken. Das Kompetenzzentrum K-M-I unterstützt Unternehmen dabei, sozialen, ökologischen und ökonomischen Nutzen durch den arbeitsgestalterisch begleitenden Einsatz von KI innerhalb der Unternehmen, sowie über die Unternehmensgrenzen hinweg zu schaffen. Hierfür bündelt K-M-I Know-how, anwendungsorientierte Forschung und Expertisen aus der gewerblichen Praxis. Innerhalb des Projektes werden neun Unternehmen als Anwendungspartner bei der Transformation der Arbeit begleitet. K-M-I bietet wissenschaftliche Erkenntnisse, Lösungen und Kompetenzen zum Thema KI und transformierter Arbeit. Hierbei entstehen u. a. Bildungsangebote, Demonstratoren sowie umfangreiches und multimediales Informationsmaterial zur KI-basierten Arbeits-, Organisations- und Prozessgestaltung. Ziel ist, die zentrale Anlaufstelle für das Thema KI und menschenzentrierte Arbeitsgestaltung in der Region Westsachsen und dem mitteldeutschen Kohlerevier zu werden.

Weitere Informationen und Kontakt unter: www.infai.org/projekt-kmi

KOMPAKI – Kompetenzzentrum für Arbeit und Künstliche Intelligenz (Rhein-Main)

Unternehmen x springt auf den Zug der Digitalisierung auf und möchte durch die Integration einer neuen KI-Technologie das eigene Unternehmen direkt zwei Schritte voranbringen. Gut gemeint, aber nicht vollständig durchdacht, wenn man sich nicht ausreichend mit wichtigen Charakterisitika von KI Technologien befasst. Denn nicht nur der dahinterliegende Algorithmus ist relevant, sondern vor allem auch der Use Case und die Mitarbeiter:innen. Durch den kooperativen Ansatz kann das Unternehmen es schaffen, diese verschiedenen Aspekte zu erfassen, zu bündeln und zu berücksichtigen. KompAKI kann Sie hierbei unterstützen, indem es sich drei menschzentrierte Ziele gesetzt hat: 1. Die Ableitung neuer Potenziale für menschenzentrierte KI-Anwendungen und deren Geschäftsmodelle. 2. Die Entwicklung neuer Ansätze kooperativer KI, mit denen Anwender:innen die KI transparenter und einfacher nutzen können, und 3. Die Entwicklung neuer Methoden zur Bewertung der Arbeit in KI-gestützten Arbeitssystemen. Ein wesentlicher Baustein des Projekts KompAKI ist es, die gesammelten Erkenntnisse zielgruppenadäquat an Unternehmen weiterzugeben – in Form von Fachgesprächen, Workshops, Seminaren und Vorträgen.

Weitere Informationen und Kontakt unter: www.kompaki.de

Perspektive Arbeit Lausitz (PAL)

Mit dem Kohleausstieg in Deutschland stehen die sächsische und brandenburgische Lausitz vor einem herausfordernden Strukturwandel. Das Kompetenzzentrum Perspektive Arbeit Lausitz (PAL) begleitet die regionale Wirtschaft in diesem Transformationsprozess, indem es in mehreren kooperativen Schwerpunktprojekten gemeinsam mit den Unternehmen die Einführung von KI-Technologien für die Gestaltung innovativer Arbeitsformen und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle unterstützt. PAL verbindet Hochschulen, Intermediäre und Unternehmen, die gemeinsam in der Lausitz KI-unterstützte Arbeit menschengerecht gestalten wollen. Besonders im Fokus stehen datenbasierte lernfähige Assistenzsysteme, die beispielsweise für Transportoptimierung, Fehlererkennung, digitales Wissensmanagement oder Vorhersagen des Kapazitätsbedarfs in Unternehmen eingesetzt werden können, um Menschen von Routinetätigkeiten und Stress zu entlasten. Auf der anderen Seite kann der Einsatz von KI-unterstützten Assistenzsystemen auch das Risiko neuer Belastungen für Menschen nach sich ziehen und in vielen Unternehmen wird Weiterbildungsbedarf entstehen. PAL etabliert branchenübergreifende Demonstrationszentren in Form von Living-, Learning-, Innovation- und Mobile-Labs. Dort besteht die Möglichkeit, KI-basierte Assistenzsysteme zu erleben oder neue didaktische Methoden zur Kompetenzentwicklung zu erfahren.

Weitere Informationen und Kontakt unter: www.PerspektiveArbeitLausitz.de

Kompetenzzentrum WIRKsam – Arbeit mit KI gestalten

Viele Beschäftigte im Umfeld der Kohleindustrie werden sich durch den Kohleausstieg beruflich neu orientieren müssen. Die Textilindustrie und der Textilmaschinenbau im Rheinischen Revier benötigen hochqualifizierte Fachkräfte, um global wettbewerbsfähig zu bleiben. Unternehmen müssen sich wechselnden Anforderungen anpassen und auf höchstem Qualitätsniveau produzieren. Hier eröffnet die industrielle Nutzung von KI große Potenziale für Innovation in produzierenden Unternehmen. Sei es in der Qualitätssicherung, in der Produktionsplanung oder im Wissensmanagement: Fokus der Aktivitäten im Kompetenzzentrum WIRKsam ist, Know-how für die Zukunft zu sichern, komplexe Abläufe besser zu verstehen und große Datenmengen sinnvoll zu nutzen.

Die Gestaltung innovativer Arbeitsplätze für und mit den Menschen vor Ort und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sind die Ziele von WIRKsam. Wir entwickeln mit Künstlicher Intelligenz unterstützte innovative Arbeits- und Prozessabläufe in drei Handlungsfeldern, die regionale Unternehmen als bedeutsam ansehen: Wissen sichern und weitergeben durch gegenseitiges Lernen von Mensch und KI; Prozesse planen und flexibilisieren durch Überprüfung und Optimierung von Prozessdaten sowie Qualität sichern und steigern mittels Erkennung und Bewertung von Fehlern durch die KI. Im Kompetenzzentrum WIRKsam gestalten wir passgenaue Arbeitssysteme und stärken die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit regionaler Unternehmen. Dabei erhält nicht nur die Textilindustrie KI-Unterstützung, sondern auch die Metall- und Elektroindustrie und weitere Branchen.

Weitere Informationen und Kontakt unter: www.WIRKsam.nrw

Wissenschaftliches Begleitprojekt: Wissens- und Innovationsnetzwerk Arbeitsforschung (WIN:A)

Aktuell besteht eine große Kluft zwischen innovativen Ergebnissen der Arbeitsforschung und der praktischen Umsetzung in kleinen und mittleren Unternehmen. Dies betrifft insbesondere die vom Strukturwandel betroffenen Kohleregionen. Um diese Lücke effektiv zu schließen und die Wettbewerbsfähigkeit und Innnovationskraft in den Kohleregionen zu stärken, wird eine neue Transfer- und Handlungskultur benötigt, in der Ergebnisse der Arbeitsforschung jederzeit für alle Akteure verfügbar sind und in deren Alltagshandeln berücksichtigt werden.

Als wissenschaftliches Begleitprojekt richtet das Projekt WIN:A auf Basis des Strukturstärkungsgesetzes seinen Fokus darum insbesondere auf den Transfer der Ergebnisse der Arbeitsforschung in die Kohleregionen: Das Projekt WIN:A verfolgt das übergeordnete Ziel, die Ergebnisse der Arbeitsforschung durch innovative Transfermethoden in den Kohleregionen und darüber hinaus nutzbar zu machen.

Weitere Informationen und Kontakt unter: www.wina-projekt.de