FuI-Arbeit 2030

EIN VISIONÄRES ZIELBILD DER VERNETZTEN FORSCHUNGS-UND INNOVATIONSARBEIT FÜR DAS JAHR 2030

Forschungs- und Innovationsarbeit der Zukunft gestalten

Wie sieht die vernetzte Forschungs- und Innovations­arbeit der Zukunft aus? Welche Rolle spielt zukünftig der Mensch mit seinen individuellen Kompetenzen angesichts der ökologischen Herausforderungen in der Arbeitswelt und des gesellschaftlichen Wandels? Inwiefern können seine Arbeitskräfte durch intelligente Maschinen unter­stützt oder gar substituiert werden? Offensichtlich sind diese und weitere Fragen im Rahmen der Forschungs-und Innovationsarbeit zu klären. Auf den nächsten Seiten erhalten Sie einen Einblick in das visionäre Zielbild der ver­netzten Forschungs- und Innovationsarbeit (FuI-Arbeit) im Jahr 2030. Dieses leitet die Zusammenarbeit zwischen den regionalen Kompetenzzentren der Arbeitsforschung und dem Projekt CoCo – Connect & Collect.

Das Zielbild wurde in einem partizipativen Verfahren mit Akteuren der regionalen Kompetenzzentren der Arbeits­forschung entworfen. Hierbei wurden unterschiedliche Perspektiven heterogener Akteursgruppen aus Wissen­schaft, Unternehmen, Entwickler:innen, Sozialpartner:innen und Bildungseinrichtungen in einen Zielbildprozess einbezogen. Anhand von vier zentralen Zukunftsperspektiven bietet es den Beteiligten eine handlungsleitende Orientierung. Es ist ein Versprechen für die zukünftige Ausrichtung der Forschungs- und Innovationsarbeit, um gemeinsam mit den Kompetenzzentren der Arbeitsforschung eine inter­netbasierte Plattform, die sog. Cloud der Arbeitsforschung, zu entwickeln und diese mit Leben zu füllen.

Das visionäre Zielbild bildet eine Orientierung, Reibungs­fläche und unser Angebot zur Mitwirkung – gerade auch vor dem Hintergrund der zu erwartenden Anpassungen und Widersprüche in den Unternehmensstrategien. Das Projekt CoCo – Connect & Collect und die beteiligten re­gionalen Kompetenzzentren der Arbeitsforschung laden Sie ganz herzlich ein, die Transformationsprozesse und damit verbundenen Herausforderungen in der Arbeits­welt gemeinsam – in einer anwendungsorientierten, re­gional organisierten und zentral vernetzten Community der Arbeitsforschung – zu bewältigen und Antworten auf die Frage zu finden, wie auf Innovation zielende Arbeit an­gesichts der digitalen Transformation gestaltet werden kann. Tauchen Sie mit uns in die vier Zukunftsperspek­tiven ein und lassen Sie sich anhand von ausgewählten Vision Statements von der vernetzten Forschungs- und Innovationsarbeit der Zukunft inspirieren!

Abbildung: Das Zielbild Forschungs- und Innovationsarbeit 2030 als wünschenswerte Zukunft

1. Künstliche Intelligenz und digitalisier­te Arbeit menschengerecht gestalten

Im Jahr 2030 nutzt Forschungs- und Innovationsarbeit bewusst digitale Technologien und wird vielfach durch An­wendungen künstlicher Intelligenz unterstützt. Innovative Arbeit orientiert sich dabei konsequent am Nutzen des Menschen und seinen Bedürfnissen. Der Mensch bleibt der zentrale Erfolgsfaktor für Forschungs- und Innovations­arbeit. Nur er ist in der Lage, den Nutzen neuer Produkte und Anwendungen zu reflektieren und sein Nutzungs- und Konsumverhalten entsprechend anzupassen. Neue For­men der Arbeitsorganisation, verstärkte grenzüberschrei­tende Kooperation und flexiblere Arbeitsweisen treiben erfolgreiche Forschungs- und Innovationsarbeit voran. Beschäftigte und Führungskräfte bleiben handlungs- und wandlungsfähig durch individuelle und zugängliche Lern-, Weiterbildungs- und Erprobungsangebote.

  • Der Mensch ist mit seinen individuellen Kompetenzen und wertgeleiteten Handlungen Ausgangspunkt, Ziel und entscheidender Erfolgsfaktor in der FuI-Arbeit.
  • Führungskräfte weisen ein tiefgreifendes Verständnis für die Einsatzmöglichkeiten und (prozessualen) Funk­tionsweisen von digitalen Technologien und Anwendun­gen auf und beschleunigen damit digitale Innovationen.
  • Der Einsatz von KI in der FuI-Arbeit ist im Spannungs­feld von nutzenstiftender Effizienz stetig zu reflektieren und zu überprüfen.
  • Einfach zugängliche Wissens- und Informationsinfra­strukturen ermöglichen individuelles Lernen und an­gepasste Qualifizierungsangebote unter Wahrung der vollen Datensouveränität der Nutzer:innen.
  • Der Anteil von Menschen mit Beeinträchtigungen am Arbeitsleben steigt dank des Einsatzes von KI durch Stärkung individueller Kompetenzen deutlich und fördert damit den Erfolg von FuI-Arbeit.
  • Der arbeitende Mensch mit seinen Fähigkeiten ist konkurrenzlos gegenüber allgegenwärtigen KI-Lösungen, wenn der Einsatz seiner einzigartigen Fähigkeiten ermöglicht/gefördert wird.
  • Der Mensch bleibt wichtigster Erfolgsfaktor in der FuI-Arbeit, der durch bahnbrechende Innovationen im Bereich digitaler und KI-gestützter Kollaborationstools unterstützt wird.
  • Fortschritts- und Optimierungslogiken für KI und andere Technologien werden von FuI-Arbeitenden schnell in ihrem sozio-technischen Potential erkannt und angewendet
  • Durch effektive Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gehört Deutschland im internationalen Vergleich im Bereich KI-Kompetenzen zu den oberen Top 5.
  • Neue Technologien führen entgegen möglicher Befürchtungen zu einem Zuwachs von Beschäftigung, der Integration älterer Beschäftigter und nicht zu einer Substitution. Ermöglicht wurde dies durch erfolgreiche Qualifizierungsmaßnahmen.

2. Freiräume für kreative und sinnstiftende Forschungs- und Innovationsarbeit nutzen

Die Potenziale der KI zur Automatisierung und Augmen­tierung entlasten im Jahr 2030 die Forschung- und Inno­vationsarbeit bei Routinearbeiten. Sie schaffen dadurch Freiräume für den arbeitenden Menschen mit kreativen und sinnstiftenden Tätigkeiten sowie persönlichen Aus­tausch. Um die kreativen Potenziale des Menschen mit technischer Unterstützung zu entfalten und Vorausset­zungen für nachhaltige Innovationsprozesse zu schaf­fen, muss der Mensch absichtsvoll, kreativ und empa­thisch handeln können. Die Rahmenbedingungen dafür stellen angemessene Handlungs- und Entscheidungs­freiräumen dar. Das stärkt die FuI-Arbeit sowie die betriebliche Kundenorientierung in Zukunft nachhaltig.

  • Durch eine geringere wöchentliche Arbeitszeit (bei vollem Lohnausgleich), die auf den Einsatz von KI-ba­sierten Assistenzsystemen zurückzuführen ist, werden Arbeitnehmende soweit entlastet, dass sie über größere zeitliche Spielräume für kreative FuI-Arbeit verfügen.
  • Mobile, digitale Arbeit ermöglicht zeitliche und finan­zielle Gestaltungsspielräume für FuI-Arbeitende. Die gewonnenen Gestaltungsräume werden für kreative, sinnstiftende und vernetzte FuI-Arbeit genutzt.
  • Jede dritte Führungskraft lebt Flexibilisierungsmodelle im Berufsalltag.
  • Wiederkehrende Dienstleistungsprozesse für Kunden sowie Bürgerinnen und Bürger sind weitestgehend digitalisiert und teilweise automatisiert. Die gewonnenen Spielräume werden für beratungsintensive Vor-Ort-Angebote genutzt, die niedrigschwellige persönliche Beratung erlaubt.
  • Vollumfängliche KI-gestützte digitale Zwillinge ermöglichen in einem mitbestimmten Prozess die effiziente betriebliche Planung aller materiellen und immateriellen Güter und begünstigen die fokussierte FuI-Arbeit aller Mitarbeitenden.
  • Entlastungen bei Routinetätigkeiten durch KI-gestützte Forschungs- und Innovationsarbeit sorgen für erhöhte Arbeitszufriedenheit und Akzeptanz.
  • Der Einsatz von KI erleichtert in einem mitbestimmten Prozess die Verknüpfung von verschiedenen Unternehmensprozessen in kürzester Zeit, ist hocheffizient und schafft dadurch neue Tätigkeitsfelder und Zeit für Kundinnen und Kunden.
  • Moderne, digitale Technologien sichern durch adäquate Risikoportfolios passgenaue Investitionen für FuI.

3. Zusammenarbeit in digitalen Wissensökosystemen stärken

  • Digitale Wissensökosysteme der Arbeitsforschung er­leichtern das schnelle Vernetzen von Unternehmen mit Partnern aus der Forschung.
  • Regionale Innovationscluster sind etabliert und erhöhen regelmäßig den Innovationsoutput von Forschung und Unternehmen durch kooperative FuI-Arbeit.
  • KI-gestützte Modelle und Werkzeuge erleichtern multi­disziplinare Zusammenarbeit durch gezielte Darstellung / adaptive Sichtweisen von Informationen.
  • Synergetische Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen führt zur erfolgreichen Implementierung und Entwicklung von KI-Anwendungen in Unternehmen.
  • KI-Assistenzsysteme ermöglichen die zielgerichtete Erfassung und Weitergabe von implizitem Wissen im Onboarding-Prozess.
  • Durch den umfassenden Einsatz von adaptiven Assistenzsystemen ist Handwerksarbeit umfassend digitalisiert und wichtiger denn je. Nicht digitalisierbare Tätigkeiten werden dadurch erleichtert und erlauben zugleich verbesserte Innovationstätigkeit durch Verbindung von Handwerk und Forschung.
  • KI ermöglicht automatisierte und sichere organisationsübergreifende Terminfindung und -vereinbarung und lässt Raum für Innovationsarbeit.
  • Hocheffiziente KI-gestützte Personalanwendungen beschleunigen in einem mitbestimmten Prozess Einstellungsprozesse mit einer hohen Trefferquote für Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen.
  • Preiswerte KI-Anwendungen in Unternehmen lösen auf der Basis abgestimmter Kriterien durch einen mehrstufigen Einsatz sehr zuverlässig kontextspezifische Herausforderungen der FuI-Arbeit.
  • Der Einsatz von KI-Technologie hilft bei der effektiven Verlangsamung des Klimawandels durch Berechnung komplexer globaler Sachverhalte und trägt damit zur Einhaltung der weltweiten Klimaziele bei.
  • KI Technologien regulieren zeiteffizient den Straßenverkehr.

4. Digitale Souveränität und Partizipation in der Gestaltung KI-gestützter Forschungs- und Innovationsarbeit realisieren

  • KI reduziert auf der Basis abgestimmter Kriterien die Kom­plexität von umfangreichen Informationsbeständen auf ein gesundes Maß und schafft damit ein schnelles Erfassen von relevanten Themen für die FuI-Arbeit.
  • KI-gestützte FuI-Arbeit mit personenbezogenen Daten wird umfassend auf Basis ethischer Nutzungskriterien reguliert und kontrolliert, sodass z.B. keine Leistungskontrollen oder Datenkartelle entstehen können.
  • Persönliche Datensouveränität und der Schutz personen­bezogener Daten ist vollständig in allen Gesellschafts- und Arbeitsbereichen implementiert und für jede/n gewährleistet.
  • Alle Datenschutzprobleme sind durch absolute Datensouveränität beim Individuum gelöst.